Abwärmenutzung
Abwärmenutzung ist die Praxis, die vom Kühlsystem eines Rechenzentrums abgeleitete niederwertige Wärme einzufangen und sie einer produktiven Nutzung zuzuführen — typischerweise einem Fernwärmenetz, Gewächshaus oder Industrieprozess — statt sie über Kühltürme oder Luftkühler an die Außenluft abzugeben. Die neu gefasste Energieeffizienz-Richtlinie der EU, die seit 2023 in Kraft ist, verlangt von Rechenzentren mit über 1 MW IT-Last, die in der Union tätig sind, öffentlich über ihr Abwärmenutzungspotenzial zu berichten, was Betreiber zu Flüssigkeitskühlungsauslegungen treibt, die höherwertige, leichter rückgewinnbare Wärme als Luftkühlung erzeugen. Die skandinavischen Länder führen die Einführung an: Die Stockholm Data Parks-Initiative von Stockholm Exergi leitet Wärme von lokalen Rechenzentren in das Fernwärmenetz der Stadt, und ähnliche Systeme sind in Helsinki, Odense und Dublin in Betrieb. Die Wirtschaftlichkeit der Wiederverwendung hängt stark von der Nähe zu einem Wärmeabnehmer ab, da heißes Wasser über Entfernungen schnell an Wert verliert.
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